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Von C. Berkemeier, 19.03 2003, 21:57:05
Zensur ist ungesund und häßlich.
Jeder Mensch braucht, um überhaupt vernünftig handeln zu können, Informationen über seine Umwelt. Ein Mensch, der jeglicher Sinne beraubt ist, kann allein nur noch auf die Informationen reagieren, die ihm sein eigenes Hirn bieten, was bedeutet, das er sich jede Menge Gedanken machen kann, aber nichts umsetzten oder mitteilen kann. In dem Maße wie man den Informationszufluss beschränkt, beschränkt man auch die Möglichkeiten zur Handlung und zur Erfahrung seiner Umwelt. Wie viele Menschen werden sich gegen Extremismus wehren, wenn man nur wenig in Medien finden sind? Wahrscheinlich genauso viele Leute wie sich heute zum Beispiel gegen randalierende Vogonen und Cylonen wehren. Eine verschwindende Minderheit, da bis jetzt noch kein Medium darüber ernsthaft berichtet hat. Gebendheiten, die nie präsent waren in wenigstens irgendeinem Medium, sind kein Handlungsgrund, d. h. ihre Existenz regt keine regulativen Reaktionen des Volks an. Natürlich könnte der Staat Maßnahmen ergreifen, aber wenn der Staat reagiert, dann handeln, im Vergleich zum gesamten Volk, wenige Personen mit viel Macht. Das ruft Mißtrauen hervor und kann nach hinten losgehen, wenn an wichtigen Positionen die falschen Leute sitzen. Schlussendlich ist demokratisches Handeln wahrscheinlicher, wenn viele Leute wenig Macht haben und nicht, wie in undemokratischen Systemen, wenige Leute viel Macht. Wenn nun aber irgendeine Person oder einige Personen die Macht darüber hat/haben, was gesehen, lesen oder hört werden kann, dann haben sie, siehe Ausführung, zu viel Macht. Es geht hierbei nicht darum, wer das aktuell gerade macht, sondern ob diese persönliche Macht, in den falschen Händen Schaden an der Demokratie anrichten kann. Das ist hier zu bejahen, weil hier besonders mit den Worten »Moral« und »Sitte« hantiert wird. Diese Begriffe können sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Da keiner eine Garantie über die demokratische Gesinnung zukünftiger Entscheidungsträger geben kann, ist mir das Risiko zu groß.
Wer an die vorgegebenen Gründe zur Bekämpfung von Kinderpornografie und Rechtsradikalismus glaubt, der sei drauf hingewiesen, daß keiner Webseite es möglich ist einen toleranten und demokratischen Menschen in eine Rechtsradikalen zu »verwandeln«, daß kein Kind weniger gequält wird nur weil man die Bilder nicht mehr sieht. Ansonsten bräuchte man nur alle Kriegsbilder ausblenden um Frieden auf Erden zu schaffen.
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