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Kommentar zur Erklärung zur Informationsfreiheit

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Zen-Suren

Von Claus Walter, 03.01 2003, 15:28:59

Im ZEN heisst es unter anderem:
»Der Wegweiser ist nicht der Weg.« und
»Der Finger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond«.
Früher hat man die Überbringer schlechter Botschaften geköpft.
Dann war eine Zeitlang Ruhe.
Und jetzt sollen die Provider (Informationsüberbringer) auch wieder einen Kopf kürzer gemacht werden, weil andere ihren Kopf verlieren?!
Nur weil jemand nach Buxtehude weist, fahr ich da noch lang nicht hin.
Nur weil jemand schreit »Hängt sie auf!«, klemm ich mir noch lange nicht die Mona Lisa an die Wand.
Nur weil es Freiheitsmissbrauch gibt, muss man sie mir nicht nehmen!
Verbrecher laufen frei herum. Klar. Logischerweise müssen jetzt alle Bundesbürger eingesperrt zu Hause bleiben, denn zum einen könnten sie sonst zum Verbrecher werden, zum anderen könnte man sie ja mit einem verwechseln.
Perverse Schutzangebote dieser Art brauche ich nicht.
Ausserdem: Wer immer sich anmasst zu entscheiden, was »zuträglich« ist und was nicht, muss diesen Anspruch erst einmal geltend machen können , nicht qua lege, aber qua logo!
Der Herr Oberhinterzimmerstudienratlos besitzt keinerlei verifizierbaren Qualitäten zum Information-Ranking.
Information per se ist vollkommen wertfrei.
Die Be-/VerWertung findet erst in jedem einzelnen unserer Dachstübchen statt.
Und sowenig wie Gesetze Straftaten verunmöglichen, sowenig die Zensur Informationsmissbrauch.
Die »Droge« Information wird so oder so gedealt werden. In Zukunft wird es deshalb vielleicht sogar hauptamtliche Airsheriffs geben, die den Brieftaubenterroristen zu Leibe rücken sollen.
»Keine Macht den Drogen!« bedeutet in Wirklichkeit: »Alle Macht den Drögen!«
Ebenso unauflöslich ist folgender Widerspruch dieses Zensur-Anliegens:
Der Staat (sind das nicht irgendwie wir?) will uns vorgeblich vor anderen schützen bzw. uns vor uns selbst (..und führe sie nicht in Versuchung, oh Herr Oberhinter...), aber wer schützt uns vor diesen Leuten, die unser Wohl – nein, UNS so drastisch im Auge haben?
Wer schützt mich vor dem Informationsmissbrauch, der meine Person betrifft?
Der Datenschutz? Der funktioniert doch nicht mal als Backup richtig!
Also müssen entweder alle Daten geschützt werden, auch die meinen, dann ist aber kein Informationsfluss überhaupt mehr möglich, oder alle Daten sind frei gegeben und jeder guckt, wie er klar kommt (genau wie im finsteren Stadtwald, wo auch die Polizei nicht da sein wird, wenn irgendein Strauchdieb, selbigen, – den Strauch, nicht den Dieb – , widerrechtlich an sich reisst).
Im Versorgungsbereich der sozialen Systeme wollen die Politiker immer mehr Selbstverantwortung »ihrer« Bürger.
Aber wie sieht es mit der Selbstverantwortung im Versorgungsbereich der informativen Systeme aus?
Dort stehlen sie sich aus der Verantwortung, hier stehlen sie uns diese!
Es ist wie mit dem Hanf: Man kann daraus Kleidung machen, aber auch Menschen mit dieser Kleidung (Hanfkrawatten) umbringen!
Gibts jetzt keinen Hanf mehr? Luft dient auch dem Al-Khaida-Gesocks zum Atmen – wird sie jetzt auf Ration und gegen Vorlage des staatlichen Berechtigungsnachweises verteilt werden?
Lasst uns gefälligst unsere Luft zum Atmen, lasst Luft für Informationen, sonst geht der von den Politikern so gern beschworenen Informationsgesellschaft ganz schnell die Luft aus!



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Kommentare

    meine meinung (mmoom; 31.01 2005, 18:33:49)
    Ohne Titel (Sylvin; 25.08 2004, 20:58:42)
    Ohne Titel (Sylvin; 25.08 2004, 20:58:13)
    Ohne Titel (Sylvin; 25.08 2004, 20:58:13)


Neu oder wichtig:
O-Töne: Die Wahrheit aus Düsseldorf
Siehe auch: Assoziations-Blaster zum Thema Informationsfreiheit
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