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Von Dr. Bernd Naujoks, 02.09 2002, 01:54:31
Die jüngere und jüngste Geschichte hat immer wieder sehr deutlich gezeigt, dass der größte Feind der Demokratie und Freiheit der war und ist, der für sich postuliert zu wissen was gut und böse, falsch und richtig oder für ein Volk, eine Welt der ideale Weg ist. Wenn die Selbstüberschätzung erst einmal so gewachsen ist, dass man glaubt auf Diskussion und Meinungsvielfalt verzichten zu könne, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt der aktiven Auseinandersetzung und Opposition zu Äußerungen Dritter durch einfache Unterdrückung »Zensur« aus dem Weg zu gehen.
Wenn man noch dazu äußert oder vielleicht glaubt, unser politische Struktur sei ein Garant für Integrität und Stabilität demokratischer Verhältnisse, der braucht nur angefangen von Watergate bis zu den jüngsten Politskandalen aus Deutschland, Italien etc. zu sehen, um zu erkennen, dass der Schritt zum Bruch gesetzlicher Grundsätze und der Bereitschaft alle erdenklichen Mittel zur Verdeckung dieser Aktivitäten einzusetzen, für den Besitzer der Machtmittel nahezu selbstverständlich ist.
Ist erst eine Zensur installiert, wird das niemand mehr öffentlich machen können. Dem totalitären Staat ist damit Tor und Tür geöffnet.
So verlockend es auch sein mag, wenn jemand wirbt, er habe ein Mittel um automatisch alles Böse aus der Welt zu entfernen, der muss damit leben, dass für eine vordergründigen Vorteil der Bereinigung der Informationsflut von Äußerungen einiger Extremisten ein langfristig nicht kalkulierbares Risiko erzeugt wird.
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